Natur erleben / Locations

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Hier zeige ich Orte, wo man noch "Natur erleben" kann und bestimmte Tiere gut beobachten kann. Die Informationen stammen von Natur- und Tierliebhabern und umfassen auch Gebiete, die etwas weiter entfernt sind. Viel Spaß beim Sammeln von Anregungen für die nächste tierische Exkursion.

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KORSIKA, der Nordwesten

Man sagt, Korsika ist keine Insel, sondern ein Gebirge im Meer mit dem Monte Cinto (2706 Meter) als höchste Erhebung. Die Region Calvi, mit der gleichnamigen Hauptstadt und ihrer weithin sichtbaren Zitadelle, wird auch der Garten Korsikas genannt. Besonders im Frühling entfaltet hier die immergrüne Macchia ein duftendes Blütenmeer. Wegen der in vielen Pflanzen enthaltenen ätherischen Öle können sie Feuchtigkeit speichern und es bleibt trotz der teilweise hohen Temperaturen alles grün. Diese ölhaltige Biomasse entzündet sich jedoch sehr leicht und es entstehen bis zu 200 Brände pro Jahr.

Die weiß und rot blühende Zistrose, auf korsisch mucchiu (daher der Name Macchia) ist hier dominant, zusammen mit Wolfsmilch, Ginster und anderen Pflanzen. Dazu kommen viele Kräuter, wie Myrte, Rosmarin, Wacholder, usw.

Eine Besonderheit dabei ist die Immortelle (unsterbliche), auch Mittelmeer-Strohblume. Sie blüht bis Mitte Juni und duftet nach Curry, getrocknet oft noch nach 10 Jahren. Ausgleichend und entspannend für die Seele, aber auch kosmetisch entfaltet diese Pflanze eine erstaunliche Wirkung. Noch eine Charakterpflanze dieser Region ist die rosa und weiß blühende Mittagsblume, die in Küstennähe wächst.

Auf der gesamten Insel gibt es über 2000 Pflanzenarten, davon 78 endemisch, und 42 verschiedene Orchideen. Zusammengefasst ist die Region rund um Calvi mit dem 5 km langen unverbauten Sandstrand ein Paradies für Naturfreunde, Bergsteiger und Erholungssuchende gleichermaßen.

(Text + Bilder: Johann Graßl)

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Die Loisach-Kochelsee-Moore

Zwischen Kochelsee im Süden und Penzberg im Norden liegt eines der größten Moorgebiete Süddeutschlands mit einer Fläche von ca. 4.000 ha. Im Mittelpunkt steht mit ca. 200 ha das Modellprojekt Klosterland. Hier wird seit 1996 nicht mehr gedüngt und das Moor durch angestaute Entwässerungsgräben wieder vernässt. Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) ist im Kloster Benediktbeuern beheimatet und entwickelt hier neue Lebensräume für Wiesenbrüter, wie z.B. Kiebitz, Wachtelkönig und seltene Pflanzen wie den rundblättrigen Sonnentau. Für Vogelfreunde sind die Beobachtungsstationen Fuchsbichlstadl und Moosmühle besonders interessant. Ab November kann man jeweils Mittwoch und Samstag in der Moosmühle während der Vogelfütterung mit Glück auch den seltenen Eisvogel bestaunen. Eine Besonderheit ist auch das Formicarium, ein Labyrinth aus Glasröhren, in dem man die Blattschneiderameisen beim Transport der Beute zu ihren Nestern beobachten kann. Neben Naturschutz und Landschaftspflege bietet das ZUK auch ein vielfältiges kulturelles Angebot mit Seminaren, Konzerten, Lesungen und Ausstellungen. Mehr Infos dazu gibt´s im Internet unter http://www.zuk-bb.de
(Text und Bilder: Johann Graßl)

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Neusiedler See

Der Neusiedler See ist der westlichste Steppensee Europas mit einer Fläche von 320 Quadratkilometern. Das ganze Gebiet um den Neusiedler See ist ein für Österreich und Ungarn einmaliger Naturraum und aus biologischer Sicht ein spannender Grenzraum. Hier treffen Pflanzen- und Tierarten aus alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Gebieten aufeinander. Der Artenreichtum begründet sich aus der Vielfalt von Lebensräumen. Es gibt hier großflächige Feuchtgebiete, Hutweiden, Wiesen, Salzstandorte und Trockenrasen. Mehr als 300 Vogelarten nutzen im Jahresverlauf das Gebiet als Rast- und Nahrungsplatz, etwa 150 davon brüten hier. Die günstigen klimatischen Bedingungen mit dem See als Temperaturspeicher führen zu einer langen Vegetationszeit von ca. 250 Tagen. (Text und Bilder: Johann Graßl)
Mehr Infos unter: http://www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at/Arteninfos.html

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Echinger Stausee

Am Echinger Stausee kann man zu jeder Jahreszeit - besonders aber zu den Zeiten des Vogelzuges - sehr interessante Naturbeobachtungen machen. Eine Besonderheit des Echinger Stausees besteht in seinem regelmäßig wechselnden Wasserstand. So kommen bei Niedrigwasser große Schlickflächen zum Vorschein, die für viele Wasservogelarten eine reiche Nahrungsquelle sind. Ein großer Teil des Sees ist zudem mit Schilf bewachsen, was wiederum Lebensraum und Nistplätze für seltene Arten wie Blaukehlchen, Wasserrralle, Schwarzhalstaucher usw. schafft. Es gibt am Damm eine schöne Seepromenade mit einem Insekten- und Pflanzenlehrpfad. Der Beobachtungsturm mit seinen Schautafeln ist ein Eldorado für Fotografen, weil man von hier einen schönen Überblick über einen großen Teil des Sees hat. Am Ende in der Ortschaft Eching gibt es neben einem schönen Gasthaus mit Seeterrasse noch ein weiteres Infohäuschen über Flora und Fauna und Wanderwege in der Umgebung und mit Infomaterial und kleinen Broschüren über die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen. Man kann aber auch beim Landratsamt Landshut unter der E-Mail-Adresse naturschutz@landkreis-landshut.de Informationen anfordern.
(Text und Bilder: Johann Graßl)

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Bartmeisen im Oktober

An dieser Stelle mache ich es mir jetzt einfach und stelle den Text(und natürlich auch die Bilder) von Herrn Graßl über die Bartmeisen ein, die man anfang Oktober recht gut am Federsee bei Bad Buchau/Württemberg beobachten kann.
Vielen Dank für die schönen Bilder. Mehr Infos unter:
https://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/arten/13249.html
"Die Bartmeisen finden jetzt im Herbst immer weniger Weichfutter wie Raupen und Insekten. Deshalb stellen die seltenen Vögel langsam ihre Nahrung um auf Körner und Samen, die sie recht zahlreich im großen Schilfgürtel des Federsees finden. Als Verdauungshilfe picken sie dazu kleine Sandkörner auf, mit denen sie die Schilfsamen im Magen zerreiben. Die Mitarbeiter der NABU-Station in Bad Buchau streuen dafür kleine Mengen Sand auf dem ca. 1 km langen Holzsteg am Federsee aus. Die scheuen Tiere kann man so leichter beobachten, und so freuen sich beide - die Vögel über ihr Futter und die Naturfotografen über selten schöne Schnappschüsse!"